Ich hasse Sonntag! Und vor allem hasse ich sie dann, wenn mal wieder die ganze Welt um mich herum in diese absolut deprimierende Lethargie versinkt, die für diese arbeitsfreien Tage absolut typisch ist. Noch mehr hasse ich sie dann, wenn man nach dem Verfassen eines längeren Textes für den Blog feststellen muss, dass man in der Zwischenzeit automatisch ausgeloggt wurde, weswegen der ganze gedankliche Abfall, für den man zuvor seine grauen Zellen strapaziert hat ins Nirvana des Internet-Datenschrotts gewandert ist, und man mehr oder weniger noch mal von vorne zu beginnen muss.
Der allerschlimmste Sonntag im Jahr, ist genau der, welcher durch die sommerliche Zeitumstellung auch noch um eine Stunde verkürzt wird. Da hätte man ja endlich eine Gelegenheit gefunden das wöchentliche Schlafdefizit aufzuholen und dann auch noch das. Sich zu fühlen, als wäre man gerade erst aufgestanden und die Sicherheit darüber in spätestens sechs Stunden wieder ins Bett zu müssen, um das Minimum an sechs Stunden Schlaf einhalten zu können ist echt nicht das Wahre.
Wie gut, dass morgen wieder Montag ist! Ich finde es zwar etwas befremdlich, dass dieser Spruch jetzt ausgerechnet von mir kommt, da ich seit meiner Kindheit ein großer Verehrer des Songs „I don´t like mondays“ von The Boomtown Rats bin, der mir jeden Wochenbeginn das morgendliche Ö3-Radioprogramm versüßt hat, das ansonsten auf Dauer allerdings nur schwer erträglich ist.
Andererseits sind aber Montage doch immer wieder ein Grund sich gute Vorsätze zu machen, die jedoch oft sehr schnell wieder zunichte gemacht werden, wenn man es mal wieder geschafft hat, alle drei Wecker, die man sich am Vortag extra eine Viertelstunde früher gestellt hat zu überhören, man sich anschließend das heiße Teewasser beim Entnehmen aus der Mikrowelle über die, an Montagen ganz besonders empfindlichen Finger schüttet, die Frisur, die man Tags zuvor noch so penibel gestylt hatte, durch das hin- und herwälzen in einer von Albträumen geplagten Nacht zu Berge steht, die Nachbehandlung mit Festiger und Fön auch nicht zu dem gewünschten Erfolg führt, während man gerade feststellt, dass man wieder mal viel zu spät dran ist, und beim Suchen des Haustürschlüssels auch noch mit vollem Karacho das Knie gegen den Schuhschrank knallt. *aaaaarrrrgh!!!*
Übertroffen wird dieses montägliche Morgen-Theater dann nur noch von dem Hustenanfall, den man auf dem Fußweg zur Arbeit bekommen kann, wenn man am Wochenende viel zu viel geraucht hat, oder davon, dass im Büro wieder mal die Milch und der Zucker ausgegangen ist, und man den extremst hochkonzentrierten Montagmorgen-Muntermacher-Kaffee auch noch absolut unverdünnt und ungesüßt zu sich nehmen muss.
Weitere Motivationskiller, den Wochenbeginn positiv zu sehen, wären dann noch Zugverspätungen, die mit Vorliebe bei Minusgraden und Schneestürmen zu Stande kommen, unbeheizte Waggons, in denen ungefähr die Außentemperaturen herrschen, und Selbstmörder, die sich immer gerade dann vor den Zug werfen müssen, wenn man es gerade am eiligsten hat zur Arbeit zukommen, da der Chef des Betriebes, in den man gerade ein dreimonatiges unbezahltes Praktikum macht, um überhaupt in die nähere Auswahl zu kommen, sich ohnehin nicht besonders mit dem Gedanken anfreunden kann, den Job an jemanden zu vergeben, der auch noch knapp 50 Kilometer entfernt wohnt, da er solche Mitarbeiter ja nur schlecht am Wochenende zur Zeit des Hauptabendfernsehprogramms innerhalb einer halben Stunde ins Büro zitieren kann, weil ihn mal wieder die marketingtechnische Muse geküsst hat.

So, und jetzt hau ich mich mal in die Wanne und überleg mir mal, was ich nächste Woche alles besser machen könnte. Vor allem werde ich nachher noch ein Blick in das Führerscheinbuch werfen müssen, denn spätestens zu meinem 26. Geburtstag möchte ich diesen rosa Zettel (ach ja, seit neuesten ist es ja eine Karte) mein eigen nennen dürfen, damit ich auch notfalls alleine aufs Novarock-Festival fahren kann, wenn sich sonst schon niemand erweichen kann.
War das jetzt gerade wieder mal so ein richtig typischer Montagsvorsatz? Ich hoffe nicht!
Ich wünsch euch allen auf jeden Fall einen angenehmen und vor allem entspannten Wochenbeginn, möget ihr von einem Horrorszenario wie ich es eben geschildert habe verschont bleiben!

Tschüssi, Nef